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Vorstellungen des ‚‚Ostens“ in der touristischen Propaganda der 1970er Jahre in Jugoslawien

Pavle Kosić (Universität Belgrad)

Jugoslawien benutzte als kommunistisches Land jede Gelegenheit, um das eigene ideologische Modell und die eigenen grundlegenden Propagandafloskeln hervorzuheben, wie „Selbstverwaltung“, „Blockfreiheit“, „zwischen Ost und West“, „das gerechteste System“ usw. Die Schlüsselfrage dieses Forschungsvorhabens ist, ob (und falls ja, inwiefern und in welchem Ausmaß) die touristische Propaganda zur Propagierung des Regimes selbst benutzt wurde. Berücksichtigt man, dass Jugoslawien jede Gelegenheit benutzte, um positive Propaganda für das System zu machen sowie für das Regime und den Personenkult, die eng miteinander verknüpft waren, stellt sich eine zweite wichtige Frage: Welches Bild vom „Anderen“ schuf man in Jugoslawien mit Hilfe dieser Propaganda und somit auch von sich selbst. In dieser Hinsicht ist der Tourismus ein hervorragendes Fallbeispiel, denn er stellt die notwendige Gegenüberstellung von Unterschieden dar – „wir“ vs. „die Anderen“, „hier“ vs. „dort“, „unser“ vs. „ihr“ Sozialismus etc.( vgl. etwa Duda 2010; Gorsuch, Koenher 2006; Grandits, Taylor 2010; Kolbašić 1987; Urry 1990)

Das Grundanliegen der Arbeit ist, mit dem Repräsentationsbegriff breitere Themenkomplexe zu erforschen, wie die Frage nach den Stereotypen und den Autostereotypen, die Stellung des Tourismus bei der Formierung des Bildes vom Anderen, das Verhältnis der Partei zum Tourismus sowie, damit zusammenhängend, die Stellung des Tourismus in der Gesellschaft und somit auch das Verhältnis der Partei zur Gesellschaft.

Um Antworten auf die gestellten Fragen zu liefern, sind folgende Quellen von Belang: Archivmaterial (Archiv Jugoslawiens), Presse (touristische Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Plakate, die größtenteils in den Sonderbeständen der Serbischen Nationalbibliothek in Belgrad und der Bibliothek der Matica srpska in Novi Sad enthalten sind), statistische Angaben (zugänglich im Republikamt für Statistik), narrative (Reiseberichte, Reiseführer), touristische Filmpropaganda (Archiv der jugoslawischen Kinothek), Erinnerungen von Zeitzeugen und private Sammlungen (Ansichtskarten, Briefe, Aufzeichnungen, möglichst Tagebücher).

Working Papers

Kosić, Pavle (2013): Predstave o Istoku u turističkoj propagandi u Jugoslaviji 1970-ih. Beograd: Forschungsprojekt „Repräsentationen des sozialistischen Jugoslawien im Umbruch“ (Working Papers, 12).

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